Empfindliche Druckpunkte am Pferdekopf und Reithalfter-Vergleich

Anders als gedacht, ergab eine aktuelle britische Studie, dass der empfindlichste Druckpunkt am Pferdekopf nicht das Genick ist. Zwar wird am Genick- und Nasenriemen besonders großer Druck durch Trensen ausgeübt, überdurchschnittlich empfindlich reagierten die Pferde allerdings auf Druck im Ohrenbereich, beispielsweise durch zu hoch sitzende oder zu kurze Stirnriemen, die entweder unangenehmen Druck direkt hinter und/oder seitlich an den Ohren erzeugten und bei den Pferden sichtliches Unwohlsein hervorriefen. Neben einem anatomischen Genickstück mit Ohrenausschnitt solltest du auch darauf achten, dass der Stirnriemen bzw. die Stirnriemenlänge zum Kopf des Pferdes passt und die Passform der Trense nicht negativ beeinflusst.

Neben den genannten Druckpunkten im Genick-/Ohrenbereich des Pferdes, wird jedoch der größte Druck durch den Nasenriemen erzeugt (teilweise bis zu 8 mal höher als im Genickbereich, vor allem bei rundgenähte Trensen deutlich höher als bei flach-anliegenden Seitenstücken). Allgemein ist anzumerken, dass ein Nasenriemen locker (mindestens 2 Finger breit) verschnallt werden sollte und auch der Sperriemen nur leicht anliegen darf! Allerdings ist bei der Studie aufgefallen, dass ein deutlich zu locker sitzender Nasenriemen vor allem in der Bewegung durch unruhiges Anliegen zu höheren und ungleichmäßigeren Druckverteilungen führt.

Anders als erwartet, ist bei schwedischen Nasenriemen der Druck deutlich besser verteilt worden, als bei der englischen Verschnallung. Aufgrund der einseitigen Umlenkung wurde der Druck gleichmäßiger verteilt – aber Achtung: durch die Umlenkung entsteht ein Flaschenzugeffekt und du kannst ohne Kraft ganz leicht den Nasenriemen zu fest ziehen. Überprüfe dort deshalb besonders gut!

Allgemein gilt: Druck erzeugt Gegendruck und eine festgezurrte Trense ist ein Folterinstrument für das Pferd! Reithalfter sind auch nicht dazu da, um Pferdezungen ins Maul zu schnüren, um reiterliche Schwächen und daraus resultierende Zungenfehler zeitweise mal verschwinden zu lassen. Leider verwenden manche schwarzen Schafe unter den Trainern und Ausbildern immernoch solche Methoden – besonders hier ist es wichtig: Hinterfrage Methoden und handle immer ProPferd!

Nächstes Mal: Mexikanisches, Hannoveranisches, Englisches… wofür sollte ich mich entscheiden?

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